Nun denkt Ihr bestimmt was das soll..... wozu sollen sich denn Motorradfahrer bekennen? Wir nehmen das Sprichwort mal wörtlich..... zu Farbe natürlich... zu was denn sonst. Raus aus der Tarnfarbe grau/schwarz und rein in Farben die was zu sagen haben.
Hey..... Hallo..... ich bin Motorradfahrer, ich will meinen Spaß, aber ich will nicht über den Haufen gefahren werden.......
ICH WILL GESEHEN WERDEN !
Was denn sonst
Warum die ganze Aktion?
Eine im Jahre 1999 durchgeführte Studie (www.maids-study.eu)hat zu einem Ergebnis geführt das bis heute sicherlich noch genauso gilt. Bei dieser Studie wurden 921 Unfälle in 5 europäischen Ländern untersucht:
88 % waren auf menschliche Fehler zurück zu führen bei 37 % lag die Schuld beim Motorradfahrer bei 50 % lag die Schuld beim Autofahrer
Betrachtet man diese 50% im Detail, so sieht man, dass - bei 72 % wurde das Motorrad einfach übersehen - bei 3 % wurde das Motorrad zwar (unbewusst) gesehen, dieses Wissen aber nicht in Handlung umgesetzt ....- bei 20 % wurde das Motorrad bewusst gesehen, aber es erfolgte keine Reaktion
72 % !
Weiter unten gibt es ein SUCHBILD. Schaut das folgende Bild ca. 1 Sek. an... solange schaut man in der Regel in den Rückspiegel... und sagt dann sofort wie viel Menschen ihr auf dem Bild wahrgenommen habt.

Bildquelle: www.motoroute.de
Erst beim genauen Hinsehen werden die „Schwarzen“ wahr genommen, nicht wahr?..... bis auf „Blacky“ im Vordergrund vielleicht.
Das nächste Bild veranschaulicht sehr schön wie die sonst sehr schmale Silhouette des Motorrades durch Tragen einer auffallenden Jacke sich deutlich verbreitert, weil die Ärmel hell gefärbt sind. Dies ist auch der Nachteil der sog. Warnwesten. Sie sind zu schmal, werden also von vorne schlecht gesehen, gehen schnell kaputt, flattern .... sind also fürs Motorrad fahren denkbar schlecht geeignet.
 Bildquelle: www.motoroute.de
Die nächste Frage die sich jetzt stellt ist.... Warum tragen fast alle Schwarz? Eine kleine Umfrage hat ergeben....
- Die Bekleidungsindustrie stellt kaum farbige Jacken her, mit der Begründung.... die Motorradfahrer wollen nichts Farbiges. Also. ..was sich nicht verkauft wird nicht hergestellt.
- Helle Kombis werden schnell schmutzig! Dies hört sich so banal an, ist aber ein Hauptargument gegen helle Bekleidung. Wie oft wird ein Motorradkombi gewaschen? Die Antworten reichen von gar nicht bis zu.... vielleicht zweimal im Jahr! Dies hat den Grund, dass es sehr umständlich ist so ein Teil in die Waschmaschine zu stecken. Leder geht eh nicht und bei Textil müssen die Protektoren raus. Dies ist bei vielen Kombis ein äußerst mühsames Unterfangen. Also kauft man doch besser was Dunkles... und die Bekleidungsindustrie hat sich drauf eingestellt. Man kann nur hoffen dass im Zeitalter der Nanotechnologie sich was bei der Beschichtung der Oberflächen tut.
- Keiner will „Warnwesten“ tragen.
- Zitat eines Motorradjournalisten.... „Man muss schon sehr extrovertiert sein, wenn man so auffallend durch die Gegend fährt“
Alle Motorradfahrer kennen das ungute Gefühl wenn man auf eine Kreuzung zufährt und es steht dort ein Linksabbieger. Hat er mich gesehen.... oder nicht? Sehen wir es mal von der anderen Seite. Warum sollen wir den Autofahrern nicht helfen uns besser wahr zu nehmen. Kein Autofahrer fährt bewusst einen Motorradfahrer um. Es wird häufig argumentiert...
a. ...die sind so plötzlich da.... ja ..weil wir in Tarnfarbe herumfahren und auf Entfernung im Rückspiegel fast unsichtbar sind. b. ...die fahren immer viel zu schnell... ja...kommt vor... aber häufig eben nicht. Wir werden nur nicht früh genug wahr genommen.
Ich möchte mit der Initiative – Motorradfahrer bekennen Farbe – dazu beitragen dass unter den Motorradfahrern ein Umdenken stattfindet. Wir informieren über tragbare, fürs Motorrad fahren geeignete Bekleidung mit Signalwirkung. Es sind bis jetzt:
- Die Jacken der schwedischen Firma Jofama/Halvarssons ; sie können über jeder normalen Kombijacke Textil oder Leder getragen werden.
- Die Jacken haben eine Klimamembran und sind wasserdicht. Sie gehören zum „Safety Konzept“... Motorradbekleidung die ursprünglich für Motorradpolizisten entwickelt wurde. Die Jacken sind leicht in der Waschmaschine zu reinigen und schnell wieder trocken.
- Die Firma Stadler hat eine komplett neongelbe Kombijacke im Programm.
- Die Firma Schuberth stellt einen neongelben Helm her, den C3
- Die Firma Nolan hat einen unglaublich auffälligen feuerwehrroten Klapphelm im Programm.
Die Initiative möchte dazu beitragen, dass es zu der viel beschworenen „Bewusstseinsänderung“ bei Motorradfahrern kommt. Verantwortliche für Motorradsicherheit bei den Automobilclubs und Motorradclubs klagen darüber, dass nichts passiert um die Unfallzahlen durch „Übersehen“ zu verringern. Die Motorradfahrer würden auf Appelle, sichtbare Bekleidung zu tragen nicht reagieren.
Wer in Neongelb, ... oder später vielleicht noch in anderen wirklich auffallenden Farben Motorrad fährt ist nicht extrovertiert oder überängstlich. Er ist ein Motorradfahrer der für richtig gute Bedingungen gesorgt hat um sein Hobby möglichst entspannt und mit viel Spaß zu genießen. Wir Motorradfahrer haben es selber in der Hand dafür zu sorgen dass es nicht bei den 72% „Übersehenen“ bleibt, sondern die Zahlen deutlich verringert werden. Dies würde zu einem wirklich schönen erstrebenswerten Effekt führen..... Weniger Leid und Tod auf unseren Straßen.
Ein wichtiger Nachtrag:
Am 28.3.2010 wurde vom SWR ein Beitrag zu diesem Thema gesendet.
Ihr könnt ihn in der Mediathek des Senders finden und ansehen
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